Wird das Klima in der PR-Branche 2025 rauer? Unser PR-Stimmungsbarometer zeichnet erneut ein ambivalentes Bild: Denn obwohl fast jeder zweite Kommunikationsprofi mit schrumpfenden Budgets rechnet, ist die Jobsicherheit in der Branche weiterhin sehr hoch. Zu diesem Ergebnis kommt unser aktueller PR-Trendmonitor, an dem sich 276 PR-Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz beteiligt haben. Wir stellen die wichtigsten Ergebnisse vor und ordnen sie mit Hilfe von PR-Personalberaterin Gabriele Kaminski ein.
Die gute Nachricht aus unserer Stimmungsumfrage: Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Beschäftigungssituation für PR-Fachleute stabil. 81 Prozent halten ihren Arbeitsplatz für sicher oder sehr sicher – ein immer noch hoher Wert, wenn auch leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Beim PR-Trendmonitor 2024 hatten noch 87 Prozent ihren Job als sicher eingeschätzt.
Obwohl die Mehrheit fest im Sattel sitzt, hat sich die Unsicherheit im Vergleich zu 2024 verdoppelt: 14 Prozent der Befragten sehen ihren derzeitigen Job als (sehr) gefährdet – im Vorjahr waren es nur 7 Prozent.
Gabriele Kaminski, Gründerin und Managing Partner bei GK Personalberatung, erklärt, warum die Arbeitsplätze trotz anhaltender wirtschaftlicher Krise sicher scheinen: „Mich verwundert nicht, dass 81 Prozent der Befragten ihren Job für relativ sicher erachten. Das Thema Kommunikation spielt insbesondere in schwierigen Zeiten eine wichtige Rolle. Wir konnten beispielsweise in den COVID Jahren einen substanziellen Anstieg an vakanten Positionen feststellen. Dennoch gibt es derzeit sicherlich Faktoren, die zu bedenken sind, beispielsweise der Wegfall von Positionen durch KI. Darüber hinaus gibt es natürlich Abbauprogramme in diversen Unternehmen, die auch die Kommunikation treffen werden.“
Während die PR-Profis bei der Frage nach der Jobsicherheit insgesamt positiv in die Zukunft blicken, sieht es bei der Frage nach den erwarteten Kommunikationsbudgets nicht ganz so rosig aus: Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) erwarten 2025 Kürzungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (37 Prozent). Nur jeder Siebte (15 Prozent) rechnet mit wachsenden Etats. 39 Prozent gehen von stagnierenden Budgets aus.
Gabi Kaminski bestätigt die angespannte Lage: „Die Budgets werden derzeit stark überprüft. Es herrscht allenthalben ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein. Dies führt zunehmend auch zur Kostenreduktion beziehungsweise Stagnation. Äußerst selten wird antizyklisch investiert.“ Mit anderen Worten: Wer kommuniziert, muss zunehmend Effizienz beweisen.
Haupttreiber der Einschnitte beim Kommunikationsbudget sind unternehmensweite Sparmaßnahmen – 80 Prozent nennen dies als Grund. Aber auch Budgetverschiebungen in andere Unternehmensbereiche spielen eine Rolle (37 Prozent). Zudem setzen Unternehmen auf interne Ressourcen statt auf externe PR-Dienstleister und reduzieren so ihr Kommunikationsbudget (27 Prozent).
Die mangelnde Messbarkeit von Kommunikation spielt laut Umfrage hingegen eine geringere Rolle: Nur 16 Prozent sehen hierin einen Grund für Budgetkürzungen. 15 Prozent nennen den gesunkenen Stellenwert der Kommunikation im Unternehmen und nur 7 Prozent einen geringeren Kommunikationsbedarf als Grund für Budgetkürzungen an. Das zeigt: Die meisten Unternehmen erkennen die strategische Bedeutung von Kommunikation auch oder gerade in schwierigen Zeiten.
Die PR-Branche steckt in einem Dilemma: Einerseits wird an Budgets gespart, andererseits bleibt die Joblage stabil. Warum? Zunächst stehen oft externe Dienstleister, Kampagnen und kostspielige Maßnahmen auf der Streichliste, während feste Stellen in der Kommunikation erhalten bleiben. Die Kommunikationsabteilungen versuchen, Effizienz zu steigern, indem sie mehr Aufgaben intern abdecken oder/und auf günstigere Kanäle setzen. Doch wenn der wirtschaftliche Druck langfristig anhält, könnte sich das Blatt wenden – dann geraten auch interne Ressourcen in Gefahr.
Deshalb sollten Unternehmen sorgfältig abwägen, wo Einsparungen wirklich sinnvoll sind. Wer jetzt z.B. zu stark in den Bereichen Markenkommunikation, aber auch bei der internen Kommunikation kürzt, riskiert später einen Verlust an Sichtbarkeit, Vertrauen und letztlich auch an Wettbewerbsfähigkeit – nach außen wie nach innen.
Angesichts von Budgetkürzungen und der wachsenden Unsicherheit zumindest in einigen Branchen haben wir bei Gabi Kaminski nachgefragt, in welche Bereiche der Kommunikation Unternehmen in diesem Jahr vor allem investieren sollten. Kaminskis Rat: „Sicherlich in die Weiterentwicklung von Mitarbeitern im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Darüber hinaus stellen wir einen starken Bedarf im Bereich Regulatorik bzw. Public Affairs fest. Außerdem gilt es, die Prozess -und Management Fähigkeiten der Mitarbeitenden weiterzuentwickeln.“
Für die Kompetenzen der PR-Profis bedeutet das konkret:
Wie ist die Stimmung in der PR 2025?
Im aktuellen PR-Trendmonitor haben wir gefragt, wie die Kommunikationsprofis das Jahr 2025 einschätzen: Wie sieht es mit der persönlichen beruflichen Situation aus? Wie entwickeln sich Budgets und wie das allgemeine Geschäft? Wie sicher ist der eigene Job?
Zu den Ergebnissen des PR-Trendmonitor 2025